Mathias Pieper
Anmeldedatum: 29.10.2007 Beiträge: 9 Wohnort: Oldenburg
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Verfasst am: 15.02.2008, 11:15 Titel: Ungewollte Komfortzonenübung: Angst und Adrenalin Pur |
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Zeit: Gestern Nacht
Beteiligte Personen: Mathias Pieper
??rtlichkeit: Finsterer Wald
Filmtitel: Die schlimmste Stunde meines Lebens seit 17 Jahren!!!
Liebe Freunde der verlassenen Komfort Zone. Ich komme gerade von einem Höllentrip wieder und so intensive Angst habe ich das letzte Mal verspürt, als ich 8 Jahre alt war und mit meinen Eltern einen Film mit einem Unterwassermonster gesehen habe. Der Film war in keinster Weise brutal, aber hat dennoch eine ganz fiese Angst, Verzweiflung und Hilflosigkeit ausgelöst. Meine Eltern habe mich dann aber daraus geholt, als sie gemerkt haben, dass mir der Film nicht gut tut.
Nun aber zu meinem Erlebnis. Es ist noch ganz frisch und ich bin vor einer Stunde wieder nach hause gekommen. Ich habe diese Bericht gleich nach meinem Erlebnis verfasst, stelle ihn jedoch erst jetzt ins Netz, da ich erst nächste Woche Internet habe, weil ich ja umgezogen bin.
Ich war joggen. Ich bin so gegen halb 10 losgelaufen und es war schon finster. Da ich die Strecke kannte und auch schon einige andere Male diese Strecke passiert habe, war mir zwar ein wenig mulmig, weil ich noch etwas Angst habe im Dunkeln. Ich habe mir dann aber gesagt, dass es nicht so schlimm werden wird, da ich ja kein Angsthase bin. Ich bin losgelaufen, obwohl ich zudem noch körperlich erschöpft war, da ich diese Woche sehr viel Sport getrieben habe.
Ich habe mir wie immer meinen mp3 Player mitgenommen und ihn mit Musik von der Band PUR bespielt, da mir diese vielen positiven Lieber ein ekstatisches und geiles Gefühl machen sollten und meine Angst vertreiben sollten. Nach einem Kilometer hatte ich ein komisches Gefühl aus Angst und Erregung. Dann lief ich in einen Waldweg und es waren nur noch ganz wenige Häuser und mir kam der Gedanke, was wohl passiert wenn hier im Wald ein Pitbull oder andere gefährliche Tiere auf mich lauern. Oder vielleicht jemand, der mich überfallen wird? Ich habe hier eine Angst gespürt, die kleine unmerkliche Schauer über meinen Rücken hat laufen lassen. Ich habe mir dann gesagt, dass in Deutschland, au??er ausgesetzten Kampfhunden nichts Gefährliches herumläuft. Dann wurde meine Angst weniger, aber die Angst vor dem Kampfhund blieb und ich habe mir schon ausgemalt, wie der mir ins Bein bei??t, ich mit ihm kämpfe, aber er hartnäckiger ist und gewinnt. Ich wollte dieser Angst entfliehen und mir wurde bewusst, dass diese Horrorvorstellungen nicht dienlich sind und mir die Energie rauben, falls ich mich wirklich auf einen Kampf mit einem Pitbull einlassen müsste. Ich habe mir dann vorgestellt, wie ein armer ausgesetzter Hund im Wald liegt, friert und voller Verzweiflung einen Menschen sucht, der ihm hilft. Dann habe ich mich mit dem Hund in meiner Vorstellung versöhnt und er ist neben mir hergelaufen.
Leider konnte ich diese Vorstellung nicht lange aufrechterhalten und ich habe es statt mit Liebe mit Hass versucht. Ich hatte mir eingebildet, dass ich einem roten Aurafetzen auf dem Weg gesehen hatte und versuchte diese rote Aura, die sich nach viel Energie anfühlte, um mich als Schutzschild aufzubauen. Sie umhüllte mich nur einen Meter und ich merkte, dass ich sehr viel Energie benötigte und mein Geist verkrampft war, aber ich habe mich einigerma??en sicher gefühlt. Ich starrte nur noch auf den Weg und weigerte mich nach links und rechts in den dunklen Wald hineinzusehen.
(Metakommentar: Wenn ich das hier schreibe, kribbelt es schon wieder und die Gefühle kommen hoch, doch jetzt kann ich den Nervenkitzel genie??en)
Und jetzt geht es richtig ab. Hier joggte ich gerade auf einem Stück, wo auf der einen Seite eine Lagerhalle kam, die beleuchtet war. Das Licht hat meine Angst kurzzeitig vertrieben, aber da sah ich schon den dunklen Wald vor mir, weil ich mich kurz getraut habe gerade aus zu blicken. Und genau in dem Moment, flog ein riesiger Vogel auf dem Bäumen heraus und mein ganzer Körper zuckte vor Schrecken zusammen und ich wollte sofort umdrehen, doch als ich mich umdrehte, hatte ich vor dem was hinter mir lag mehr Angst und ich wollte meine Angst besiegen und gewinnen. Ich joggte weiter in das dunkle Waldstück und alle möglichen Horrorvorstellungen kamen in mir hoch, das ich mir vorstellte, ein Afrikaner zu sein, der von einer Horde Rechtsradikaler verfolgt wird. Dann kamen Zombies aus dem Wald links und rechts auf mich zu. Ich musste vor Angst weinen, aber ich schaute nur zu Boden und lief weiter. Das war eine Höllenqual und zurück konnte ich jetzt auch nicht mehr, weil ich mitten im tiefen Wald war und es gab kein Entrinnen. Ich habe mir dann einen positiven Anker abgefeuert, den ich mir konditioniert habe und er riss mich dann auch wieder kurz raus, bis dann der nächste Angstschauer kam. Das war wirklich die Hölle. Ich hatte auch wirkliche Angst, da ich wei?? wie mächtig das Unterbewusstsein ist und vielleicht aufgrund meiner unbewussten Vorstellung wirklich aggressive Menschen oder Tiere anzieht und auch ich dann aggressive und ängstliche Signale aussende. All diese Gedanken vergrö??erten meine Angst. Mir kamen die Tränen und ich musste weinen, aber rannte immer weiter. Ich hatte plötzlich viel Energie und hatte die Angst verwandelt und lief immer schneller und kraftvoller, damit jeder sieht, dass auch er Angst vor mir haben muss. Ich habe mir auch immer wieder vorgestellt, wie viel Angst die Waldbewohner vor mir haben müssen, weil ich ja viel grö??er bin. Aber für die Waldbewohner ist das ja ihr zu Hause und alles ganz normal. Ich war sehr erschrocken, wie ich so enorme Angst in mir erzeugen konnte, dass mir die Tränen kamen, obwohl ich die Strecke kannte und auch schon mal viel Später um 1 Uhr nachts gelaufen bin. Da hatte ich zwar auch Angst, aber das war mit dem hier überhaupt nicht vergleichbar.
Ich kam aus dem Wald heraus und ich wusste, dass es jetzt weniger wird mit meiner Angst. Ich habe mich auch immer wieder nach Menschen oder Tieren umgedreht, da auch meine Augen permanent Halluzinationen produzierten. Ich kam auf eine verlassene Stra??e, und plötzlich hörte ich eine geisterhafte Stimme und sah, wie ein Schatten von hinten kam und das hat mich so beängstigt, dass ich eine Latte bekommen habe (kein Scherz). Ich habe mich umgedreht und habe meine Fäuste schon zur Verteidigung geballt und es war keiner da. Ich musste feststellen, dass ich durch die Stra??enlaternen einen doppelten Schatten erzeugt habe. Aber die Stimme war ja auch noch da, oder war das eine Halluzination? In dem Moment habe ich dieses tiefe Flüstern noch mal gehört und wieder kribbelte mein ganzer Körper. Jetzt hatte ich die Faxen dicke und habe mich immer wieder gefragt, wie denn so was sein kann und dann fiel mir ein Stein vom Herzen und ich habe nur noch gestaunt.
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Ich habe mir 15 Lieder von der Band PUR genommen (am Vortag, daher war mir das nicht mehr bewusst, als ich losgelaufen bin) und eine zweite Tonspur ganz leise unter die Musik gelegt mit einer tiefen, hypnotisch sprechenden Flüsterstimme. Die Suggestion ???Ich kann alles!??? in Endlosschleife. Jetzt hatte ich saugeile Gefühle, wie denn so ein Blödsinn eine solche Angst bei mir auslösen konnte. Ich genoss meine Angst ab diesem Zeitpunkt und auch war ich aus dem Waldstück raus und joggte an einer Autobahn entlang. Trotzdem musste ich zwischendurch, als die Musik stellenweise lauter wurde und die Flüsternde Stimme durchkam, wieder weinen, aber habe mich diesmal dabei gefreut, dass ich so intensive Gefühle haben kann. Ich habe mir dann wieder meinen ???Saugeilegefühleanker??? gesetzt und habe die Arme hochgerissen und mich über meinen Sieg über meine Angst gefreut. Dann habe ich aber nach rechts geblickt und habe einen wei??en Hund gesehen. Er hatte zum Glück ein Herrchen, aber er war wei?? wie ein Pitbull. Ich glaube, nur weil ich die intensive Vorstellung von dem Pitbull hatte, habe ich diesen Hund wahrgenommen. Das hat mich in der Erkenntnis sehr stark bestärkt, dass wir in der Welt wahrnehmen, was wir in uns selbst erzeugen. Ich bin unendlich dankbar, dass ich diese Erfahrung gemacht habe. Und da eine Erfahrung erst dann richtig schön wird, wenn man sie mit anderen Menschen teilt, habe ich Euch alles im Detail aufgeschrieben.
Als ich 50 Meter vor meiner Wohnung war, habe ich meine Arme hochgerissen und mich gefühlt wie jemand, der gerade einen Marathon gewonnen hat. So und jetzt werde ich ganz tief und fest schlafen.
Viele Grü??e aus Oldenburg ??? Mathias
PS: Der Bericht zum Sprung von der Brücke folgt, wenn ich wieder zur Ruhe gekommen bin  _________________ Die meisten Menschen sterben im Alter von 21 Jahren, aber werden erst mit 80 Jahren begraben. |
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